Am 30.Oktober 2010 fand der 12. Berliner Patiententag in der Charité zum Thema Neuroendokrine Tumoren statt.
An dieser Stelle einige Artikel zu den Themen dieses Tages:
10:00-10.30 Uhr Die Vergabe des Gunter-Speidel-Preises
Die Mehrzahl der neuroendokrinen Tumoren (NET) des Magen-Darm-Traktes wird in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Aufgrund des Vorhandenseins von Tochtergeschwülsten (Metastasen) ist dann eine definitive Heilung der Erkrankung meist nicht mehr möglich. Aus diesem Grund stellt die Verbesserung der medikamentösen Therapie der NET ein wesentliches Ziel der Krebsforschung dar. Eine umfassende Kenntnis von Entstehung und Verlauf der NETs stellt dabei eine wichtige Vorraussetzung für die Entwicklung neuer und verbesserter Therapien dar.
Sauerstoffmangel (Fachbegriff: Hypoxie) ist eine zentrale Charaktereigenschaft verschiedenster Krebsarten, u.a. auch von NETs. Der Nachweis von Hypoxie im Tumor steht häufig im Zusammenhang mit einer ungünstigen Prognose u.a. infolge einer schlechten Wirkung von Chemotherapie bei Sauerstoffmangel. Die Wirkung der Hypoxie im Tumor wird vor allem durch das Eiweiß „Hypoxie-induzierbarer Faktor 1 (HIF-1)“ vermittelt. Dieser Faktor führt zur Aktivierung verschiedener Signalwege, die das Tumorwachstum fördern und die Wirkung der Chemotherapie verringern können. Wie bei verschiedenen anderen Krebsarten konnte auch im NET eine erhöhte Konzentration von HIF-1 nachgewiesen werden. Unsere bisherigen Untersuchungen lassen vermuten, dass die Hemmung von HIF-1 zu einer Abnahme der bösartigen Eigenschaften von NETs führen sowie die Wirkung der Chemotherapie verbessern kann. In dem geplanten Forschungsvorhaben soll nun die Bedeutung von HIF-1 für die Enstehung und das Fortschreiten von NETs mit Hilfe moderner Techniken im Detail untersucht werden. Hierbei sollen durch anspruchsvolle Untersuchungsmethoden wie der Analyse sogenannter Expressionsprofile HIF-1-abhängige Signale identifiziert und als mögliche neue therapeutische Ziele untersucht werden. Diese Analysen sollen Aufschluss darüber geben, inwieweit HIF-1-hemmende Substanzen einen Stellenwert zur Behandlung von NETs aufweisen.
Die experimentellen Arbeiten werden von Frau Katja Freitag de Molina in der Arbeitsgruppe von PD Dr. Thorsten Cramer in der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie (Direktor: Prof. Dr. Bertram Wiedenmann) am Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin durchgeführt. Besonderer Dank ist hierbei Herrn Gunter Speidel geschuldet, ohne dessen großzügige Unterstützung die Arbeiten in der jetzigen Form nicht möglich gewesen wären.
Kontakt:
PD Dr. med. Thorsten Cramer
Charité Centrum 13
Medizinische Klinik m.S. Hepatologie und Gastroenterologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Telefon: 030/450 553 022
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