Bevor ich auf die Diagnose meiner Frau – neuroendokriner Tumor / Karzinoid – näher eingehe und ihren Weg durch die Krebserkrankung beschreibe, möchten meine Frau und ich uns für die Aufmerksamkeit des niedergelassenen Internisten und seinem Team, die sorgfältige Arbeit des Radiologen und der Röntgenassistentin, sowie ganz besonders bei den behandelnden Ärzten in der Helios-Klinik sowie dem Pflegeteam recht herzlich bedanken. Nicht immer ist es so, dass eine seltene Tumorerkrankung so rechtzeitig erkannt und so erfolgreich behandelt werden kann.
Meine Frau war wegen Hypertonie und gelegentlichen Schmerzen im Oberbauch bei ihrem Internisten in Behandlung.
Als sie sich Ende Mai ein neues Rezept holen wollte, hat der Arzt spontan eine Ultraschalluntersuchung vom Bauchraum vorgeschlagen und dabei ein unerklärliches Gebilde auf der Leber gefunden.
Damit begann eine lange Zeit der Ungewissheit und der Sorgen.
Um Klarheit zu bringen wurde diese Untersuchung eine Woche später wiederholt. Es zeigte sich jedoch keinerlei Veränderungen in der Bildgebung. Ihr Arzt hielt deshalb ein CT für erforderlich und meine Frau bekam eine Überweisung in die Radiologie einer nahe gelegenen Klinik.
Nach der Untersuchung besprach der leitende Radiologe der Klinik mit uns das Ergebnis. Die Ursache der Überweisung, das unerklärliche Gebilde auf der Leber, hatte sich als harmlose Zyste herausgestellt. Die Röntgenassistentin habe aber mehr Aufnahmen gemacht als vorgesehen und dabei wurde eine Veränderung im Darm festgestellt: „Sie haben Darmkrebs!“ war damals die nüchterne Aussage. Diese Nachricht war natürlich ein Schock.
Weitere Untersuchungen wurden veranlasst.
Es folgte eine Koloskopie. Diese hat meine Frau ohne Betäubung erleben wollen und sah während der Untersuchung, wie dieser „Krebs“ aussah. Der untersuchende Mediziner erkannte hier ein Tumor, den er so noch nie vorher gesehen hatte. Die entnommene Gewebeprobe ergab dann, wiederum nach einer gefühlsmäßig sehr langen Zeit, die Diagnose „Karzinoid“. Eine Operation wurde notwendig.
Auf der Suche nach einer weiter behandelnden Klinik war uns die Homepage der Felix-Burda-Stiftung sehr hilfreich. Hier waren auf Darmkrebs spezialisierte Kliniken aufgeführt. Wir haben uns für die Helios-Klinik in Wuppertal-Barmen entschieden, weil diese Klinik ein zertifiziertes Darmzentrum hat. Wir bekamen dort einen Termin für ein umfassendes Vorgespräch und haben uns dabei entschieden, dort den erforderlichen Eingriff vornehmen zu lassen.
Am 2. August erfolgte dann die Operation, bei der ca. ein Drittel des Darms entfernt wurde.
Nach zehn Tagen und einer s. g. Krebskonferenz des Ärzteteams bekam meine Frau dann den erlösenden Bescheid, dass sie am 12. August das Haus verlassen könne und keine weiteren Behandlungen notwendig wären! Das Karzinoid hatte keine Metastasen gebildet! Das war für uns natürlich eine große Erleichterung.
Histologie aus dem Entlassungsbericht
- Rechtsseitiges Hemikolektomiepräperat mit einem 0,7cm Durchmesser großen neuroendokrinen Karzinom im Bereich des Zökalpoles mit transmuralem Wachstum. Mitoseindex von 4 Mitosen auf 10 HPF (Grad 2) K67-Index<2% (Grad 1).
Karzinomfreie mesokolische und mesenteriale Lymphknoten. - Karzinom freie Gallenblase
Meine Frau hat einen ca, 25 cm langen Bauchschnitt. Die Heilung verläuft bisher gut, aber es wird sicher noch eine Weile dauern, bis sich alles wieder normalisiert hat.
Sicher kann man keinen unmittelbaren Zusammenhang feststellen, aber die lange Zeit vorhandenen Schmerzen im Oberbauch sind vorbei, genauso wie ein sehr schmerzhafter Fersensporn, von dem meine Frau sehr lange geplagt wurde.
Das Schicksal hat es so gewollt, dass durch die Aneinanderreihung von glücklichen Zufällen das Karzinoid frühzeitig erkannt wurde und somit fast folgenlos geblieben ist.
Die ganze Familie, bis zu den Enkelkindern, hat hinter meiner Frau gestanden, hat ihr Mut gemacht und ihren vorsichtigen Optimismus voll unterstützt.
Sicher werden Sie Verständnis dafür haben, dass wir anonym bleiben. Wir freuen uns auf die vor uns liegende Zeit, dass die sorgenvolle Zeit des zurückliegenden Jahres allmählich aus unserem Gedächtnis weicht und in den Hintergrund tritt.
Wir wünschen allen Mitbetroffenen die Aufmerksamkeit der niedergelassenen Ärzte, ein rechtzeitiges Erkennen und einen milden Verlauf der Erkrankung.
Positiv und ergänzend muss noch erwähnt werden, dass die Helios-Klinik sich nach genau einem halben Jahr telefonisch bei meiner Frau gemeldet hat und an die erforderlichen Nachunter-suchungen, wie z. B. die Kontrolle der Tumormarker, erinnert hat. Heute hat sie von ihrem Internisten die erfreuliche Nachricht bekommen, dass alle Blutwerte in Ordnung sind!
Herzliche Grüße aus Nordrhein-Westfalen !










